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Whiskyraritätenseminar mit Claudia Bernasconi am Sa, 27. März 2010

Nach dem grossen Erfolg mit dem ersten Whiskyseminar auf dem 3. Whiskyschiff Luzern (09), möchten wir auch in Zukunft weitere Whiskyseminare während dem Whiskyschiff Luzern durchführen. Damit es für Sie als Besucher interessant bleibt, wird das Seminar jedes Jahr von einem anderen Aussteller durchgeführt.

Dieses Jahr wird auf dem 4. Whiskyschiff Luzern am Sa, 27. März 2010 ein Whiskyraritätenseminar mit Claudio Bernasconi vom Hotel Waldhaus St. Moritz, grösste Whiskybar der Welt und
World of Whisky durchgeführt. Claudio Bernasconi bringt ein paar ganz spezielle Whiskyraritäten nach Luzern.

Eckdaten:

Datum Samstag, 27. März 2010
Zeit: 14.15 Uhr
Dauer: ca. 90 Minuten
Preis: CHF 65.-- inkl. Eintritt Whiskyschiff Luzern und 1 Degustationsglas
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Sie erhalten per Mail eine Anmeldebestätigung mit der Rechnung. Definitive Anmeldung erfolgt nach Zahlungseingang.
Bei Nichtbesuchen des Seminars, erfolgt keine Rückerstattung der Kosten.
Platzzahl beschränkt! Anmeldungen erfolgen in Reihenfolge des Eingangs.

 

Porträt von Claudio Bernasconi, Porträt einer Leidenschaft:
Es gibt Jäger. Es gibt Sammler. Und es gibt Claudio Bernasconi. Er jagt und sammelt, sammelt und jagt. Und zwar Whiskys. So viele, dass seine Bar im Guinness-Buch der Rekorde steht. Wie er die größte Whisky-Bar Welt zusammentrug - Porträt einer Leidenschaft.

Ein toller Beitrag mit vielen Infos und Bildern stand im Magazin "Bongusto":
http://www.bongusto.de/magazin/reise-und-region/schweiz-whisky-in-stmoritz-53184

 

Jäger und Sammler

Es gibt Jäger. Es gibt Sammler. Und es gibt Claudio Bernasconi. Er jagt und sammelt, sammelt und jagt. Und zwar Whiskys. So viele, dass seine Bar im Guinness-Buch der Rekorde steht.
Vor 30 Jahren hatte Bernasconi einen Traum. Ein Hotel. Er sprach bei sechs Bankdirektoren vor, doch alle sagten dasselbe: „Junge, erstens bist du zu jung, zweitens hast du kein Geld. Vergiss es! Schau dir erst mal die Welt an.“
Also schaute sich Bernasconi die Welt an. Ein knappes Jahr lang: Nord- und Südamerika, Afrika, Indien. In Indien begann es. „Man putzt sich dort die Zähne mit Whisky, um die Bakterien abzutöten. Man spült damit. Gurgelt. Lernt zu differenzieren. Und irgendwann gewinnt man ihn lieb. So ist meine Leidenschaft für Whisky entstanden.“ Bei 70 verschiedenen indischen Whiskys – Überbleibsel der englischen Kolonialzeit – gab es da einiges zu differenzieren.

 

2500 Sorten aus 16 Ländern

1987 schreibt Bernasconi seinen Freunden, er sammle jetzt Whiskys. Bald hat er 200 verschiedene Flaschen. Er stöbert weiter, kramt, reist herum, leiht sich Geld, wühlt in Antiquariaten, kauft Bestände auf, bietet bei Christie’s mit, bis es 1995 schließlich 600 Whiskys sind. Durch Zufall erfährt er vom Tod eines prominenten Whiskysammlers. „Also bin ich hin, hab der Witwe kondoliert, und drei Stunden später hatte ich auf 1000 Sorten aufgestockt.“ Mit geliehenem Geld reist er durch Schottland, und sammelt, sammelt, sammelt. „Whisky ist was für Männer.Und die sterben auch irgendwann. Und hernach rufen die Witwen bei mir an.“ Dann zieht Bernasconi die Augenbrauen hoch, und seine graublauen Augen lächeln listig. 1999 schließlich nennt er 2500 verschiedene Sorten aus 16 Ländern sein Eigen.
Die stehen im „Devils Place“, der Bar in Bernasconis "Hotel Waldhaus am See" in St. Moritz. In 37 Regalen, jeweils sechs Reihen hoch, immer vier Flaschen hintereinander. An den Zwischensäulen hängen gerahmt die Einträge ins Guinness-Buch der Rekorde für die größte Whisky-Bar der Welt.

 

Mann der Superlative

Der 53-Jährige sammelt um des Sammelns willen, und nicht nur das teure braune „Wasser des Lebens“, was Whisky auf Gälisch bedeutet. Zwei Stockwerke tiefer lagern 53 000 Weinflaschen, in einem Nebenraum starren 40 000 Schallplatten und CDs von den Wänden, neben der Bar schlummern 120 verschiedene Zigarrenmarken im begehbaren Humidor. Der Exzentriker Bernasconi jagt den Superlativ.
So auch beim Single Malt – dem unverschnittenen Whisky, zu 100 Prozent aus Gerste, aus einer einzigen Destillerie. 2117 schottische Malts stehen in seiner Bar, alle gelistet auf den 74 eng beschriebenen Seiten der Getränkekarte. Allein von den Glens – schottisch für Tal – bietet die Bar 546 verschiedene Sorten, von Glen Adam über Glen Morangie bis Glenury. Wer perfekte Harmonie, Süße, Rauch und Gehalt sucht, der trinkt Single Malts.

 

Macallan - Der Teuerste

Aber auch wilde Exoten finden sich im Devils Place. Etwa der irische Cadenheads Bow Street, 27 Jahre gelagert, mit 68,2 Prozent Alkohol, nach dessen Genuss man sich gut an den hochbeinigen Rattan-Barstühlen festhalten muss. Oder ein Loch-Ness-Whisky mit dem eigenwilligen Label „Monster’s Choice“, wo Nessie mit Schottenmütze vom Etikett grient. Oder ein chinesischer Whisky namens Tsu Yin Chiu, von dem nicht einmal der Alkoholgehalt bekannt ist. „Davon bekommst du Kopfweh.“ Auch indische Whiskys oder günstige Blends würde Bernasconi nicht mehr trinken, „außer am Strand, mit Cola gemischt“. Nur der Genuss zählt. Und überhaupt: „Der Johnny-Walker-Trinker ist der, der reinschüttet. Das ist kein Whisky-Trinker.“

Ganz anders verhält es sich mit dem Teuersten in seiner Sammlung, einem „Macallan“ von 1878. Bernasconi hält ihn zärtlich wie ein Baby in seinen Händen. Zwei Zentiliter davon kosten 9990 Schweizer Franken, gut 6600 Euro. „Für einen Verrückten mache ich die Flasche auf. Wenn er vorher bezahlt.“
Und dann ist da noch dieser Weltkriegs-Whisky. 1941 hatte das Kriegsschiff „SS Politician“ 250 000 Flaschen schottischen Blended-Whisky geladen, um damit in die USA zu fliehen. Doch am 5. Februar 1941 lief das Schiff vor den Hebriden auf Grund und sank. Fast 50 Jahre lang ruhte der Whisky 1000 Meter tief im eiskalten Meer. 1990 wurden ein paar Tausend Flaschen geborgen, nur 12 waren noch intakt. Eine davon besitzt Bernasconi. Natürlich.